• Unterstützung für Unternehmensnachfolgen: Interim Manager

Unternehmensnachfolge in Österreich

Von |2019-01-08T08:47:45+00:008. Januar 2019|

Der jüngste Österreich-Report von PwC legt einen Nerv frei: Österreichs Unternehmen sind erschreckend schlecht auf eine Nachfolge vorbereitet. Fast die Hälfte hat gar keinen Nachfolgeplan. Die hohe Verbreitung dieses Problems gefährdet Hundertausende Arbeitsplätze und die Zukunft Tausender Unternehmen. Für viele Unternehmensnachfolgen könnte ein maßgeschneidertes Interim Management die Lösung sein.          

 

Volkswirtschaftliches Problem: Unternehmen planen Übergaben oft (viel) zu spät

Der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B schätzte Mitte 2017, dass in den kommenden fünf Jahren fast 90.000 Unternehmen übergeben werden sollten. Laut dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) werden jährlich mehr als 6.900 Unternehmen übergeben, Tendenz steigend. Von 2014 bis 2023, so das BMDW, hängen 450.000 Arbeitsplätze an erfolgreichen Übergaben, das sind 30 % aller KMU-Beschäftigten.

Oftmals laufen diese Vorhaben aber nicht unbedingt ab wie gewünscht. Ein starker Grund dafür ist, dass viele Unternehmen wesentlich zu spät beginnen, darüber nachzudenken. Elisabeth Zehetner-Piewald vom Gründerservice der Wirtschaftskammer (WKO) legt nahe, Unternehmensnachfolgen einerseits drei bis fünf Jahre lang vorzubereiten, und andererseits auf externe Hilfe zurückzugreifen.

 

Unternehmensnachfolge: Komplexe Problemstellungen, vielfältige Bedürfnisse

Im Zuge von Unternehmensnachfolgen sollte man vielfältige Problemstellungen bedenken. Umso schlimmer wirkt es sich aus, dass viele Familienunternehmen in Österreich, wie der aktuelle Österreich-Report von PwC zeigt, nicht einmal einen konkreten Plan für die Übergabe haben. Eine zu späte Planung ist einer der häufigsten Scheiterns-Gründe und hängt mit vielen weiteren Faktoren zusammen. „Eine Unternehmensübergabe kann eine große nervliche und emotionale Belastung sein“, wie der Salzburger Interim Manager Siegfried Lettmann weiß. „Der zusätzliche Druck, der durch ein zu kleines Zeitfenster entsteht, könnte dabei eigentlich leicht vermieden werden.“ Die schlechte und späte Ablaufplanung steht in direktem Zusammenhang zu weiteren Problemen.

 

Fehlende Führungsfähigkeiten bei den Nachfolgern

Ein anderer Top-Grund für erfolglose Unternehmensnachfolgen sind nämlich unzureichende Führungsskills bei den Nachfolgern – und auch deren Entwicklung braucht Zeit. Immerhin 36 % aller Nachfolger in Österreich, so stellte das BMDW fest, haben als höchste abgeschlossene Ausbildung einen Lehrabschluss. Sie sind also fachlich oft sehr versiert, haben aber mitunter zu wenig Führungserfahrung. Es macht Sinn, hier sehr gezielt anzusetzen. Externe Hilfe, etwa durch einen Interim Manager, hilft nicht nur bei der Organisation eines Wechsels, sondern kann, bei entsprechender Auswahl, auch die Nachfolger weiter qualifizieren. Erfahrende Führungsexperten wie Lettmann stehen in solchen Fällen auch den Nachfolgern als Mentoren zur Verfügung. Vor allem Spezialisten mit Change-Erfahrung sind hier sehr gefragt: Eine Unternehmensnachfolge ist immer auch eine Veränderungssituation.

 

Neutrale Beteiligte als Ruhepol

Auch der neutrale Standpunkt von Externen kann hilfreich sein, weil es recht üblich ist, dass Junior und Senior sich in dieser Phase aneinander reiben, vor allem, wenn der Nachfolger aus der Familie kommt und beide verschiedene Ansichten zur weiteren Entwicklung der Unternehmen pflegen. Kein seltener Fall – und: obwohl diese Zahl rückläufig ist, werden immer noch etwa die Hälfte der Unternehmen innerhalb der Familie übergeben. Zweifellos mit ein Grund, weshalb das BMDW feststellt, dass öfter externe Unterstützer diese Übergaben  begleiten. Neutrale Experten von außen helfen nicht nur in diffizilen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Sie bringen auch einen Ruhepol in die oft hitzigen Phasen.

 

Wirtschaftliche Fragestellungen bei Unternehmensnachfolgen

Aber auch abseits möglicher persönlicher Themen gibt es bei intendierten Übergaben oft einen weiteren Stolperstein, der dafür sorgt, dass auch Unternehmen, die Nachfolger außerhalb der Familie suchen, letztlich auf Firmenbörsen landen oder schlicht aufgelöst werden. „Die lieben Zahlen“, so Siegfried Lettmann, „wiegen nicht auf, was ein Unternehmen den Inhabern bedeuten kann, aber dennoch spielen sie eine letztlich eine große Rolle. Viele Unternehmen – oft vor alle jene, die lange Zeit in festen Händen waren – sind bei genauer und kritischer Prüfung für eine erfolgreiche Weiterführung nicht zukunftsstark genug aufgestellt. Das spielt vor allem in den letzten Jahren immer häufiger eine Rolle. Unternehmen, die die Digitalisierung etwa nicht ausreichend verfolgt haben, können im modernen Wettbewerb möglicherweise nicht stark genug punkten. Kaufinteressierte müssen dann viel Arbeit und Mittel für Modernisierungen investieren. Einem guten Verkaufspreis ist das sehr abträglich.“ Mitunter kann es sich auszahlen, vorher zu modernisieren, um einen höheren Preis verlangen zu können – und damit grundsätzlich die „Verkäuflichkeit“ selbst zu verbessern. Interim Manager spielen ihre Kosten zumeist recht schnell wieder ein, womit sich letztlich ein Gewinn ergibt. Auch hier macht es natürlich Sinn, frühzeitig ausführliche Überlegungen anzustellen. Externe Experten können auch bei der Einschätzung unterstützen.

Bildnachweis: Joanna Nix – unsplash

Über den Autor:

Johann Auer hat Deutsche Philologie und Philosophie studiert, arbeitet seither als Journalist und betreibt ein Lektoratsbüro. Als Texter schreibt er für SLIM über Führungs- und unternehmerische Fachthemen. Anregungen, Fragen und dergleichen bitte immer gerne an redaktion@lettmann-interim.com richten.