Komplexität vermeiden, Kosten sparen

Von |2017-12-18T17:05:48+00:0015. November 2017|

Es gibt eine Handvoll Schlagwörtern, die fallen, wenn es um die großen unternehmerischen Herausforderungen der Zukunft geht. Komplexität wird in solchen Zusammenhängen immer wieder genannt. Passende Interim Manager können hier wichtige Wissens- und Strukturierungsarbeit leisten.

Komplexität als Kostenfaktor

Obwohl sie so oft genannt wird, werden die Effekte von Komplexität in vielen Unternehmen, vor allem in KMU, gemeinhin unterschätzt. Komplexität ist ein enormer Kostentreiber, aber sehr wenige Unternehmen leiten aktiv konkrete Gegenmaßnahmen ein. Manche reagieren damit, selbst komplexer zu werden, was das Problem letztlich noch verschärfen kann. Ein typisches Beispiel dafür ist die Schaffung einer neuen Instanz, um zwei andere zu verbinden. Wenn es aber ein Problem zwischen A und B gibt, verschwindet dies nicht durch die Schaffung einer Zwischeninstanz C. Das Problem besteht dann nicht mehr zwischen A und B, sondern zwischen A und C und B und C. Statt eines Gespräches werden zwei fällig, die Kosten und die Komplexität steigen und so weiter. Interim Manager sind ein guter Anlaufpunkt, wenn es darum geht, unnötige Komplexität zu vermeiden. Als Geschäftsentwickler und Restrukturierer können sie entsprechende Veränderungen im Auftrag der Unternehmen erarbeiten und umsetzen.

Machtverteilung

Der erste, wichtige Faktor ist ebenso ein oft genannter. Entscheidungskraft dezentral dorthin bringen, wo das Wissen am größten ist. Es stimmt nicht, dass es in modernen Unternehmen weniger Macht braucht, wie häufig postuliert wird. Ganz im Gegenteil, mehr Macht ist gefragt. Sie muss aber breiter verteilt sein. Je mehr Entscheidungen selbstständig getroffen werden können, umso mehr Ressourcen werden potenziell eingespart. Flaschenhalseffekte an stark frequentierten Knotenpunkten werden kleiner. Der Abteilungsleiter oder Regional Manager muss nicht mehr jede Kleinigkeit absegnen. Das Ergebnis sind kurze Entscheidungswege und Möglichkeiten zur Selbststeuerung, Ansätze, die in der heutigen Zeit immer wichtiger werden. Sie sorgen für Flexibilität und Schnelligkeit. Leider gibt es aber einige Schritte zu überwinden, um diese Möglichkeiten zu erschließen. Zuerst muss sichergestellt werden, dass die Entscheidungen, die zwar im kleineren Kreis gefällt werden, aber dennoch die gleichen Auswirkungen wie früher haben, gute Entscheidungen sind.

Prozesstransparenz

Hier spielt Wissen eine große Rolle, wie etwa die Kenntnis der konkreten Tätigkeiten anderer Mitarbeiter. In einem Fertigungsunternehmen wechselt etwa das Produktionspersonal regelmäßig die Arbeitsplätze. Man möchte meinen, dass ein solches Vorgehen der Ausbildung von spezialisierten Experten im Wege steht, tatsächlich zeigen sich die Auswirkungen aber sehr positiv, weil jeder weiß, was der andere macht und wie die Prozesse verzahnt sind. Viele Probleme kann ein einziger Anruf regeln, wenn die einzelnen Mitarbeiter wissen, welche Kollegen wie davon betroffen sein werden. Dies steht auch in Zusammenhang mit einem weiteren, wichtigen Faktor: Feedback. Die Vernetzung der einzelnen Stellen soll auch konkretes Feedback auf eigene Handlungen liefern, was für stetige Verbesserungen bei den Prozessen sorgt.

Organisation gegen Komplexität

Die Organisation muss die gegenseitige Interaktion fördern. Je mehr direkte Verbindungen es zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen gibt, desto weniger Ressourcen müssen in die Vermittlung fließen. In manchen Unternehmen gibt es etwa eine starke Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten und viele andere organisatorische Silos. Durch die modernen technischen Möglichkeiten sind solcherlei Problemstellungen wesentlich einfacher zu beseitigen als vor Beginn des digitalen Zeitalters. Prozesswissen kann heute einfacher transparent gemacht werden. Je holistischer die Auffassung der Prozesse bei den einzelnen Mitarbeitern ist, desto besser. Dies schafft gleichzeitig höhere Flexibilität.

Einfachere Strukturen schaffen

Vor allem starke Diversifikation, etwa im Sortiment, sollte eingehend auf ihre Notwendigkeit geprüft werden. Sie ist oft sehr teuer und nicht immer rentabel, Standardisierung mag in manchen Fällen weniger Absatz schaffen, aufgrund der geringeren Kostenstruktur aber dennoch einbringlicher sein. Weitere Ansätze: Strukturbereinigung und Segmentierungen beispielsweise des Kundenpools. Die Digitalisierung hat hier mächtige Möglichkeiten geschaffen und kann eine Menge Daten produzieren, die, nach eingehender Analyse, gewinnbringend zur Komplexitätsreduktion eingesetzt werden können. Mit externen Unterstützern wie Interim Managern, die das nötige Know-how mit Umsetzungsstärke kombinieren, steht hier vielerorts einer Modernisierung nichts im Wege. Da auf dem Weg zum Ziel mehrere Hürden zu nehmen sind, ist es aber ratsam, den Veränderungsprozess frühzeitig zu starten. Interim Manager beraten Unternehmen, was die konkreten Möglichkeiten betrifft, und setzen diese dann auch in die Praxis um.

Bildnachweis: K.-U. Häßler – Fotolia

Über den Autor:

Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann ist Executive Interim Manager (DDIM) mit Schwerpunkt „Geschäftsentwicklung in Familienunternehmen“. Er übernimmt temporär Führungsfunktionen in Unternehmensleitung sowie Vertrieb und Marketing mit Fokus auf Wachstum, Renditemanagement und Organisationseffizienz. Für seine Mandate ist er bereits mit dem Constantinus Award ausgezeichnet worden und hat die Zusatzqualifikationen „Certified Management Consultant (CMC)“ sowie „Interim Executive (EBS)“ erworben. Herr Lettmann hat langjährige Fach- und Führungserfahrung in Geschäftsleitung und internationalem Vertrieb und Marketing in bekannten Markenunternehmen wie zum Beispiel Miele und Kärcher. Mehr Informationen zu Siegfried Lettmann hier.