Interim Manager oder Berater?

Von |2017-12-04T23:51:47+00:0023. Mai 2017|

In Österreich ist das Interim Management noch in der Entwicklung begriffen, obwohl es inzwischen viele Studien, Umfragen und dergleichen gibt, die den Kunden von Interim Managern eine große Zufriedenheit attestieren. Eine Online-Umfrage von BGP Bohnert Groß & Partner ergab, dass Unternehmen, die durch Interim Manager unterstützt worden sind, die angepeilten Aufträge in 85,7% der Fälle erfolgreich durchführten. Zu den Hauptgründen für die Einstellung eines Interim Managers zählten den Angaben zufolge die Durchführung von Change Projekten, Umstrukturierungen, Vakanzüberbrückungen und vereinzelt auch das Krisenmanagement.

Interim Manager oder Berater?

Gerade für Change Projekte sind Interim Manager dann auch beliebter als etwa Unternehmensberater. Die Gründe hierfür wurden im genannten Fragebogen ebenfalls ergründet. Hier erklärten die Unternehmen, dass Interim Manager ein höheres Verantwortungsbewusstsein haben. Sie sind ihren Kundenunternehmen oft näher verbunden als Berater. Für einen Interim Manager gibt es meist nur einen Kunden zur selben Zeit, von einem positiven Ergebnis hängt meist ihr Ruf ab. Ein weiteres Plus von Interim Managern ist (so auch die Umfrage) die spezifische Branchenerfahrung. Ein guter Interim Manager wird nur einen Kunden übernehmen, auf dessen Gebiet er sich zuhause fühlt und dessen Marktumfeld er kennt. Da Berater oft etwas abstrakter operieren können, haben sie einen größeren Pool an Kunden, die sie ansprechen können, Interim Manager sind, neben ihrer fachlichen Expertise, aber auch Branchenspezialisten und kennen die individuellen Spannungsverhältnisse genau.

Umsetzungsstärke und Führungserfahrung

Daneben erfüllen (lt. Umfrage) Interim Manager zwei Qualitäten, die Berater üblicherweise nicht im Angebot haben: Umsetzungsstärke und Führungserfahrung. Die Manager auf Zeit sind eben nicht nur Experten in ihrer jeweiligen Branche, sondern bringen auch wertvolle Managementerfahrung mit. Sie geben Maßnahmen nicht nur vor, sondern sind auch darin geübt, die Vorgaben wirklich in das Unternehmen zu integrieren. Die eigentlichen Zielsetzungen hören bei Interim Managern nicht mit deren Formulierung auf. Sie sind erst dann erreicht, wenn die entsprechenden Ergebnisse erzielt werden und die erarbeiteten Maßnahmen vollends zur Umsetzung gelangt sind.

Dafür braucht man dann auch eine geeinigte Belegschaft hinter sich. Eine wichtige Stärke von Interim Managern, die bei der Umsetzung zum Tragen kommt, ist die Führungserfahrung. Hier kann ein Berater oft nicht weiterhelfen. Interim Manager aber bringen Erfahrung in der Führung der Belegschaft mit und sorgen dafür, dass der frische Wind auch bei allen Beteiligten ankommt. Die Mitarbeiter sind ein wichtiger Teil des Unternehmenserfolges. Ein Interim Manager wird hier nicht nur selbst die Fäden ziehen, sondern dafür sorgen, dass die Mitarbeiter mit ihm an diesen Fäden ziehen.

Man sieht, Unternehmen müssen die rasche Dynamisierung der Märkte respektieren, fürchten müssen sie sie aber nicht. Mit Interim Managern steht eine passende, zielführende und sehr verlässliche Möglichkeit, die Herausforderungen zu meistern, zur Verfügung.

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Über den Autor:

Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann ist Executive Interim Manager (DDIM) mit Schwerpunkt „Geschäftsentwicklung in Familienunternehmen“. Er übernimmt temporär Führungsfunktionen in Unternehmensleitung sowie Vertrieb und Marketing mit Fokus auf Wachstum, Renditemanagement und Organisationseffizienz. Für seine Mandate ist er bereits mit dem Constantinus Award ausgezeichnet worden und hat die Zusatzqualifikationen „Certified Management Consultant (CMC)“ sowie „Interim Executive (EBS)“ erworben. Herr Lettmann hat langjährige Fach- und Führungserfahrung in Geschäftsleitung und internationalem Vertrieb und Marketing in bekannten Markenunternehmen wie zum Beispiel Miele und Kärcher. Mehr Informationen zu Siegfried Lettmann hier.