Digitalisierung: Führungskräfte bremsen Fortschritt

Von |2017-12-05T09:49:56+00:008. März 2017|

Der Deutsche Industrie 4.0 Index geht in sein drittes Jahr und lässt mit dem Ergebnis aufhorchen. Fast drei Viertel der Arbeitnehmer sehen in ihren Führungskräften das größte Hindernis auf dem Weg der Digitalisierung. Interim Management bietet eine optimale Lösung für dieses Problemfeld und hilft, aus Herausforderungen Chancen zu machen.

Digitalisierung: Steigende Nachfrage bei Interim Managern

Seit etwa 10 Jahren ist die Digitalisierung ein wachsendes Einsatzfeld für Interim Manager. Grund Nummer eins ist dabei wohl, dass es „die Digitalisierung“ gar nicht gibt. Es gibt keine Blaupause und keine Checklisten, die Unternehmen einfach Schritt für Schritt durchgehen können. Ein guter Digitalisierungsansatz ist vor allem eines: Individuell. Viele Führungskräfte sehen allerdings nur die allgemeine Seite: Die Digitalisierung ist ein Zug, den man nicht verpassen darf. Aber Digitalisierung ist, obwohl ihre häufige Nennung es annehmen lässt, kein Modeeffekt und kein punktuelles Ereignis. Sie stellt die Basis eines Umdenkens und ist nicht Zweck, sondern Mittel.

Digitalisierung selbst ist noch keine Strategie

Wenn es keine entsprechende Strategie gibt, ist Digitalisierung nur (verlorener) Selbstzweck. Der Ausgangspunkt einer erfolgreichen, digitalen Strategie sind nicht die technischen Möglichkeiten, sondern die Unternehmensziele. Dabei sein ist alles kann hier nicht das richtige Motto sein. Auch deshalb ist es so wichtig, dass die oberste Führung der Unternehmen sich des Themas annimmt, nicht etwa bloß die IT, in deren Bereiche es zumeist fällt. Die schiere Fülle an Möglichkeiten kann sonst schnell zum Verlust der Fokussierung führen. Es muss auch im Vorhinein festgehalten werden, ob es sich um inkrementelle Neuerungen handeln soll oder ob ganzheitliche Strukturänderungen angebracht sind. Für manche Unternehmen wird es praktischer sein, den Weg Schritt für Schritt zu beschreiten.

Digitalisierung ist Change

Daneben wird oft nicht erkannt, dass Digitalisierungs-Projekte häufig Change-Projekte sind. Auch bei diesen ist bekannt, dass sie ohne einen dezidierten Change Manager in vielen Fällen fehlschlagen. Für die Belegschaft ändert sich einiges, wenn die Struktur der Wertschöpfung geändert wird. Und gerade bei der Digitalisierung ist es enorm wichtig, dass die Belegschaft dahintersteht und den Sinn der Veränderungen kennt. Hier gilt es auch, eine entsprechende Kommunikationsgrundlage herzustellen. Die Mitarbeiter merken schnell, ob eine Änderung auch wirklich eine Verbesserung ist. Ihre Kritik und Meinung zur Anwendung und den entsprechenden Auswirkungen ist wertvoll und darf keineswegs ungehört bleiben.

Digitale Führung

Für das Management sind die Ansprüche, die der Fortschritt in immer rascherer Folge stellt, klarerweise eine große Herausforderung. Manager sollten optimalerweise Change-Erfahrung haben, technisch versiert und auf dem neuesten Stand sein und permanent ihre Ohren nach allen Richtungen offen halten. Dass die Herausforderungen auf diesem Gebiet gleichzeitig manche Tradition umwerfen, macht die Sache nicht leichter. Daneben, und das ist in der Praxis einer der größten Stolpersteine überhaupt, ist die Auslastung üblicherweise durch das Tagesgeschäft bereits sehr hoch. Deshalb ist das Interim Management für Digitalisierungsvorhaben der perfekte Ansprechpartner. Unternehmen können auf Zeit eine Führungskraft zukaufen, die Erfahrung mit Digitalisierungsmaßnahmen und Change hat. Auch bei der Erarbeitung einer modernen und zugkräftigen Strategie bietet der Interim Manager optimale Unterstützung, da er die Auswirkungen der Eingriffe aus seiner Erfahrung besser abschätzen kann.

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Über den Autor:

Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann ist Executive Interim Manager (DDIM) mit Schwerpunkt „Geschäftsentwicklung in Familienunternehmen“. Er übernimmt temporär Führungsfunktionen in Unternehmensleitung sowie Vertrieb und Marketing mit Fokus auf Wachstum, Renditemanagement und Organisationseffizienz. Für seine Mandate ist er bereits mit dem Constantinus Award ausgezeichnet worden und hat die Zusatzqualifikationen „Certified Management Consultant (CMC)“ sowie „Interim Executive (EBS)“ erworben. Herr Lettmann hat langjährige Fach- und Führungserfahrung in Geschäftsleitung und internationalem Vertrieb und Marketing in bekannten Markenunternehmen wie zum Beispiel Miele und Kärcher. Mehr Informationen zu Siegfried Lettmann hier.