• Personalentwicklung wirkt!

Den Aufschwung nutzen: Personalentwicklung

Von |2018-07-09T09:21:34+00:009. Juli 2018|

Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC schätzt, dass die globale Wirtschaft im Jahr 2018 so stark wachsen wird, wie schon seit 2011 nicht mehr. Nach den im Großen und Ganzen ebenfalls positiven Entwicklungen von 2017 wird auch dieses Jahr die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen, die Wirtschaftsleistung steigen. Eine frohe Botschaft, die Fragen inspiriert. Was kann ein Unternehmen machen, wenn die Zahlen steigen?

 

Geld investieren

Eine naheliegende Antwort ist: Investieren! In diesem Bereich gehen die Prognosen aber auseinander. Für Deutschland schreibt etwa die FAZ, dass weniger investiert wird, die Deutschen Wirtschafts Nachrichten schreiben fast zeitgleich, dass mehr investiert wird. Vielleicht macht es für manche Unternehmen auch gar keinen Unterschied, was andere Unternehmen machen; klar ist aber, dass es wohl angebracht ist, Geld in die Hand zu nehmen, solange es da ist. In gewisse Faktoren kann man immer investieren, es muss nicht gleich ein neues Werksgebäude sein. Stets lohnende Ansatzpunkte sind Maßnahmen in puncto Personalentwicklung, Wertschöpfungsstrukturen oder auch Digitalisierungsvorhaben.

 

Personalentwicklung

Dass gutes Personal in jeder Phase ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, muss nicht weiter erklärt werden. Zielführende Investitionen schaffen hier langfristige Vorteile. Leider ist bei vielen Personalentwicklungsmaßnahmen nicht ganz klar, was sie wirklich bringen. So nahm etwa die Asridge Business School 156 verschiedene Coachings unter die Lupe und stellte fest, dass die spezifischen Methoden kaum Auswirkungen auf den Erfolg der Maßnahmen hatten. Zu abstrakt seien die Tools, zu praxisfremd. Einen Gegenentwurf dazu versuchte der Offenburger Maschinenbau-Spezialist MEIKO kürzlich mit meiner Unterstützung. Ich wurde als Interim Manager damit betraut, ein Assessment-Center zu veranstalten und Personal mit Potenzial ausfindig zu machen. Für dieses wurden dann Personalentwicklungspläne erarbeitet. In Kombination mit herkömmlichen Weiterbildungen stand ich selbst als Coach zur Verfügung und begleitete die Kandidaten on-the-job. Es wurde darauf geachtet, dass die geförderten Kompetenzen auch im Unternehmen anschlussfähig sind.

Am besten verfestigen sich die hinzukommenden Kompetenzen, wenn sie auch gleich in der Praxis im Zuge einer konkreten Aufgabe eingesetzt werden können. So wird sichergestellt, dass das Coaching „wirksam“ ist, dass also Aufgaben, die konkret im Unternehmen anfallen, besser bewältigt werden können. Personalleiterin Beate Friedrich war äußerst zufrieden und erklärte bereits, dass dieser Zugang zur Personalentwicklung auch in Zukunft genutzt werden soll. Das Mandat brachte mir übrigens im Nachhinein sogar die Auszeichnung als „Interim Manager des Jahres 2018“ ein und wurde auch mit dem Constantinus Award prämiert.

 

Organisationsentwicklung

Viel zu oft verliert man in der Personalentwicklung die restliche Organisation aus den Augen. Personal ist dann schlagkräftig, wenn die Fähigkeiten auch in der Organisation produktiv werden können. Für die Organisation selbst gilt nicht nur deshalb die Devise: Es gibt immer etwas zu tun. Maßnahmen, die die Wertschöpfung erhöhen, müssen nicht auf Krisenzeiten warten. Ganz im Gegenteil, gerade Veränderungsvorhaben können in stabilen Zeiten leichter umgesetzt werden, wenn man es schafft, die Belegschaft vom Sinn der Änderungen zu überzeugen. So bewirkt man eine verstärkte Triebkraft, wenn die Ziele der Organisationsentwicklung auch gleich mit jenen der Personalentwicklung abgestimmt sind. Typische Ansatzpunkte sind die Erhöhung der Innovationsfähigkeit, aber auch mehr Flexibilität oder eine Neubeurteilung hierarchisch organisierter Abläufe. Hier ist ein gewisses Umdenken gefragt. Unternehmen reagieren oft mehr, als sie agieren. Eine stabile Phase ist deshalb perfekt für das Auffinden und proaktive Verfolgen weiterer Geschäftschancen – Wer jetzt richtige Schritte setzt, geht stärker in die Zukunft. Und wie gesagt: Zu tun gibt es immer etwas. Employer-Branding, die Arbeit an Unternehmenswerten und -kultur, die Ergründung neuer Geschäftsmodelle, bessere Durchdringung der Zielmärkte, bessere Kundenbindung und, und, und… Interim Manager sind dabei optimale Partner nicht nur für das Auffinden, sondern auch das Ergreifen von Chancen. Als geübte Strategen und Change-Manager einen sie die Belegschaft hinter sinnvollen Maßnahmen und helfen so, den Erfolg auch in Zukunft zu sichern.

 

Bildnachweis: Christos Georghiou – Fotolia

Über den Autor:

Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann ist Executive Interim Manager (DDIM) mit Schwerpunkt „Geschäftsentwicklung in Familienunternehmen“. Er übernimmt temporär Führungsfunktionen in Unternehmensleitung sowie Vertrieb und Marketing mit Fokus auf Wachstum, Renditemanagement und Organisationseffizienz. Für seine Mandate ist er bereits mit dem Constantinus Award ausgezeichnet worden und hat die Zusatzqualifikationen „Certified Management Consultant (CMC)“ sowie „Interim Executive (EBS)“ erworben. Herr Lettmann hat langjährige Fach- und Führungserfahrung in Geschäftsleitung und internationalem Vertrieb und Marketing in bekannten Markenunternehmen wie zum Beispiel Miele und Kärcher. Mehr Informationen zu Siegfried Lettmann hier.