• Bessere Entscheidungen mit dem passenden Interim Manager

Bessere Entscheidungen mit Interim Management

Von |2018-02-15T08:53:02+00:0015. Februar 2018|

Eine der typischen Fragen, die aufkommen, wenn man das Interim Management erwähnt, ist jene danach, wie nützlich es ist, einen Externen für interne Problemstellungen heranzuziehen. Kann nicht die Stammbelegschaft die eigenen Entscheidungen am besten treffen? Nicht immer.

 

Unternehmerische Krux: Die Entscheidung

Immer wieder liest man Studien, die Misserfolge auf suboptimale Entscheidungen der Unternehmen zurückführen. Fehlentscheidungen von Managern werden für einen großen Teil der Verluste verantwortlich gemacht, wenn etwas schiefgeht. Aus dem Bereich des Interim Managements erklingt dagegen eine Erfolgsmeldung nach der anderen. Die Ludwig Heuse GmbH untersuchte beispielsweise wiederholt den Gewinn in Relation zu den Ausgaben für Interim Manager und kam dabei jedes Mal zu deutlichen – und sehr positiven – Ergebnissen (etwa hier). Klar kann man das nicht 1:1 vergleichen, aber die Statistiken belegen doch, dass Interim Manager vergleichsweise großen Erfolg haben. Können Externe besser entscheiden?

 

Interim Manager sind in Entscheidungen oft objektiver

Hier verkehrt sich die Frage nach der Fremdheit ins Gegenteil. Interim Manager unterliegen nicht wie fixe Führungskräfte dem Effekt der Nähe-Verzerrung. Dieser (in der Psychologie wohlbekannte Effekt) führt dazu, dass Dinge, die man gut kennt, falsch eingeschätzt werden. Typische Beispiele dafür sind schlechte Einschätzungen von geringen und hohen Wahrscheinlichkeiten, was bei wichtigen Entscheidungen in Unternehmen problematisch sein kann. Die externe Stellung der Interim Manager hat durch den Blick von außen in dieser Hinsicht Vorteile. Der Interim Manager Siegfried Lettmann erklärt, dass dies etwa auch bei der eigenen Einschätzung der Kunden oft der Fall ist. Manche Unternehmen kennen demnach ihre Kunden zu gut, um völlig neue Ansätze zu entwickeln. Oft betrachtet man bei Entscheidungssituationen nur eine Alternative, wo es möglicherweise wesentlich mehr geben würde. Dies betrifft auch viele andere Bereiche. Letztlich kann es passieren, dass schlechte Entscheidungen getroffen werden, weil man gewisse Faktoren zu Unrecht als gegeben betrachtet hat.

 

Der Ankereffekt

Der sogenannte Ankereffekt besagt, dass Menschen eine Neigung dazu haben, zu bereits getätigten Äußerungen zu stehen. So werden aus Meinungen Gegebenheiten. In Unternehmen führt dies dazu, dass die Sichtweise auf Dauer immer enger wird. Gerade für Führungskräfte ist es wichtig, ein makelloses Bild abzugeben, da ist es nicht immer einfach, sich selbst zu widersprechen. Die Folge kann irgendwann ein Wahrnehmungstunnel sein. Ein Interim Manager, der mit der Firmengeschichte nichts zu tun hat, ist in jedem Unternehmen „neu“. Er wird dadurch auch in seinen Vorstellungen und Entscheidungen offener. Der vielzitierte Blick über den Tellerrand gelingt ihnen deshalb manchmal leichter als dem Stammpersonal, das sehr schwer wirklich neutral entscheiden kann.

 

Keine Politik, keine Steckenpferde

Ein starker Grund, der für Interim Manager spricht, ist auch die Tatsache, dass sie ohne eine versteckte Agenda an Entscheidungen herangehen. Für die Manager auf Zeit zählen in erster Linie die vorab besprochenen Ergebnisse. Dagegen ist es fast unmöglich, in einer Festanstellung keine Eigeninteressen zu entwickeln. Vor allem, wenn es darum geht, Veränderungen im eigenen Unternehmensbereich umzusetzen. So kann es vorkommen, dass Entscheidungen sich im Zusammenspiel mit der Firmenpolitik und persönlichen Verbundenheiten auskristallisieren, anstatt den Unternehmenszielen zu entsprechen. So etwas passiert auch, wenn die Belegschaft ihren Vorgesetzten nicht widersprechen möchte, und sorgt dafür, dass Entscheidungen getroffen werden, ohne die möglichen Alternativen abzuwägen.

 

Letztlich zeigt sich, dass die externe Stellung eines Interim Managers ihm bei der Entscheidungsfindung vielerorts entgegenkommt. Dies mag unter anderem ein Grund dafür sein, warum Unternehmen die Manager auf Zeit häufig auch dafür einsetzen, frischen Wind in den Betrieb zu bringen. Für fast ein Fünftel der auftraggebenden Unternehmen ist das laut Global Survey (2015 – 2016) der WIL Group der Hauptgrund für den Einsatz von Interim Management.

Bildnachweis: Stepan – Fotolia

Über den Autor:

Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann ist Executive Interim Manager (DDIM) mit Schwerpunkt „Geschäftsentwicklung in Familienunternehmen“. Er übernimmt temporär Führungsfunktionen in Unternehmensleitung sowie Vertrieb und Marketing mit Fokus auf Wachstum, Renditemanagement und Organisationseffizienz. Für seine Mandate ist er bereits mit dem Constantinus Award ausgezeichnet worden und hat die Zusatzqualifikationen „Certified Management Consultant (CMC)“ sowie „Interim Executive (EBS)“ erworben. Herr Lettmann hat langjährige Fach- und Führungserfahrung in Geschäftsleitung und internationalem Vertrieb und Marketing in bekannten Markenunternehmen wie zum Beispiel Miele und Kärcher. Mehr Informationen zu Siegfried Lettmann hier.